Kalkulation Metallbau
Stundensatz im Metallbau berechnen
Die meisten Betriebe rechnen mit einer Zahl, die sie einmal gehört haben. Dabei lässt sich der eigene Stundensatz in zwanzig Minuten ausrechnen – man braucht nur die Jahreszahlen und muss bei einer Größe ehrlich sein: wie viel Arbeitszeit tatsächlich auf einer Rechnung landet.
Schritt 1: Welche Kosten hineingehören
Der Werkstattsatz muss alles tragen, was der Betrieb im Jahr ausgibt – nicht nur die Löhne.
| Kostenart | Was dazugehört |
|---|---|
| Bruttolöhne | der produktiven Mitarbeiter, ohne Büro |
| Lohnnebenkosten | Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft, Umlagen – meist 20 bis 25 % |
| Werkstattkosten | Hallenmiete oder Abschreibung, Maschinen, Energie, Werkzeug, Fahrzeuge |
| Verwaltungskosten | Büro, Versicherungen, Steuerberater, Telefon, IT, Werbung |
| Unternehmerlohn | was Sie als Angestellter verdienen würden – rechnerisch, auch wenn Sie ihn nicht entnehmen |
Der Unternehmerlohn fehlt in fast jeder selbstgebauten Rechnung. Ohne ihn arbeiten Sie sich selbst aus der Kalkulation heraus: Der Betrieb sieht gesund aus, obwohl er Ihre Arbeitskraft verschenkt.
Schritt 2: Verrechenbare Stunden – die Zahl, an der es scheitert
Ein Mitarbeiter ist 250 Tage im Jahr da? Nein. Nach Urlaub und Krankheit bleiben etwa 210. Und von diesen acht Stunden am Tag landen längst nicht alle auf einer Rechnung:
- Werkstatt aufräumen, Material sortieren, Maschinen warten
- Fahrten ohne Auftragsbezug, Materialholen
- Warten auf Zulieferung, Umbauen, Rüsten zwischen zwei Aufträgen
- Angebote schreiben, Aufmaß ohne Auftrag, Reklamationen
Realistisch sind 70 bis 85 Prozent. Wer mit 100 Prozent rechnet, halbiert seinen Stundensatz fast – und wundert sich, warum am Jahresende nichts übrig ist.
Schritt 3: Das Rechenbeispiel
Ein Betrieb mit fünf Leuten in der Werkstatt:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Bruttolöhne (5 Mitarbeiter) | 210.000 € |
| Lohnnebenkosten 22 % | 46.200 € |
| Werkstattkosten | 90.000 € |
| Verwaltungskosten | 35.000 € |
| Unternehmerlohn | 60.000 € |
| Kosten gesamt | 441.200 € |
| Verrechenbare Stunden: 5 × (250 − 30 − 10) Tage × 8 h × 80 % | 6.720 h |
| Werkstattsatz in Vollkosten | 65,65 €/h |
Wer in diesem Betrieb mit 45 € kalkuliert, arbeitet bei jeder verrechneten Stunde gut 20 € unter den eigenen Kosten. Bei 6.720 Stunden im Jahr sind das rund 139.000 € – und zwar nicht an entgangenem Gewinn, sondern an Verlust.
Schritt 4: Vom Kostensatz zum Verkaufspreis
Der Vollkostensatz deckt die Kosten – mehr nicht. Für den Preis kommen zwei Aufschläge dazu:
Verkaufspreis je Stunde = Vollkostensatz × (1 + Gemeinkostenzuschlag) × (1 + Gewinnaufschlag)
Bei 65,65 € Vollkosten, 12 % Gemeinkosten und 18 % Gewinn ergibt das rund 86,80 € je Stunde. Das ist der Satz, der ins Angebot gehört – und der erklärt, warum ein Betrieb mit „45 Euro die Stunde" auf Dauer nicht bestehen kann.
Den ganzen Weg rechnet das Kalkulationstool mit Ihren eigenen Zahlen durch – und übernimmt das Ergebnis anschließend in die Angebotskalkulation, damit Material, Zuschnitt, Fertigung und Montage mit dem richtigen Satz gerechnet werden.
Getrennte Sätze für Werkstatt und Montage
Montagestunden kosten mehr: Fahrzeit, Fahrzeug, Werkzeug vor Ort, zwei Leute statt einem. Wer mit einem Mischsatz rechnet, verkauft Montage zu billig und Werkstattarbeit zu teuer – und verliert genau die Aufträge, die sich gelohnt hätten. Rechnen Sie beide Sätze getrennt und tragen Sie die Montagedauer mit der Zahl der Monteure ein, nicht als Personenstunden.
Wie oft neu rechnen?
Einmal im Jahr, wenn der Jahresabschluss vorliegt – und zusätzlich immer dann, wenn sich etwas Größeres ändert: neuer Mitarbeiter, neue Maschine, andere Halle, deutlich gestiegene Energiekosten. Zwischendurch reicht es, die Nachkalkulation zu führen; sie zeigt früher als jede Bilanz, ob der Satz noch stimmt.
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